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 ist mein Roman, den ich im April 2014 abgeschlossen habe.

 

(Auszug)

                            Erster Tag

 

Aus einem Lautsprecher ertönt Sarahs sanfte Stimme: „Mark, bist Du wach?​“

Meine Augen sind noch geschlossen. „Nein“, antworte ich.

Sie gibt sich mit dieser Antwort natürlich nicht zufrieden und fragt: „Bist Du nicht neugierig?​“

„Doch, aber meine Augen sind noch zu.​“

„Meine nicht“, kontert sie nüchtern, um meine Neugier zu provozieren, und weist ohne tonalen Hinweis auf ihren Erkenntnisgewinn an: „Sieh auf die Uhr.​“

Die Spannung in mir wächst rasant, ich genieße es. Das ist besser als ein Pokerspiel.

„Vom Gefühl her, würde ich meinen, hat sich nichts geändert“, sage ich und öffne die Augen.

In der Röhre ist es dunkel, nur die grünen Digitalziffern einer Uhr und rote Ziffern für die Systemwerte geben den Augen ein wenig Nahrung. Gefühle besonderer Unruhe steigen in mir auf. Trocken rutscht mir, „es scheint funktioniert zu haben“, über die Lippen.

„Deine Begeisterung ist ja grenzenlos“, erwidert sie. Sie freut sich, denke ich und stelle mir vor, wie sie lächelt.

„Willst Du schon aussteigen?​“, frage ich und kann mir die Antwort denken.

„Ja, ich fühle mich wie eine Sprungfeder.​“

So konkret war mein Gedanke nicht, aber die Spannung ist jetzt tatsächlich unerträglich. Sämtliche Anzeigen der Außensensoren stehen auf Null. Es gibt also keine Abweichungen. Alles ist wie zuvor, kein Grund zu verbleiben.

„Okay, ich steige auch aus“, beruhige ich und lege den problemlos ertastbaren Sicherheitsriegel um.

Das hydraulische System beginnt zu arbeiten, begleitet von einer Computerstimme, die sich in meine Gehörgänge schlängelt: „Bitte warten, bis das Hydrauliksystem gefüllt ist“.

Ich warte gehorsam! Bis der Computer endlich anordnet, den aufleuchtenden Schalter für die automatische Deckelöffnung zu betätigen.

„Bist Du soweit?​“, frage ich Sarah.

„Ja, die Zukunft wartet nicht“, antwortet sie mit einem Unterton, der ihre gezähmte Ungeduld verrät.

„Dann los jetzt, lass uns die Deckel öffnen.​“

 

Mit gähnender Langsamkeit hebt sich der schwere Deckel. Außerhalb der Röhre brennt Licht. Ich richte mich auf und betrachte meine Gliedmaßen, sie sind vollständig, keine Veränderung. Sarah sitzt ebenfalls in ihrer geöffneten Röhre und lächelt mich an. Mein erwiderndes Lächeln verstärkt ihres noch. Sie ist so hübsch wie zuvor.

„Wie geht es Dir?​“, möchte ich wissen.

„Gut, ich könnte etwas essen. Wir waren ja schließlich lange genug hier drin.​“

„Nach der Uhr waren wir nur knapp drei Stunden in den Röhren.​”

„Ja, aber draußen sind fünfzig Jahre vergangen.​“

„Wenn wir uns nicht irren!​“

„Warum sollten wir?​“

„Ja, warum? Weil ich es immer noch nicht glauben kann. Wir haben es getan. Wir sind noch dort und schon hier. Vielleicht!​“

„Hast Du Angst?​“

Ich überlege, um die richtige Antwort zu finden. Als ich in diese Röhre stieg, hatte ich Angst. Jetzt macht es keinen Sinn mehr, Angst zu haben. Es ist nicht mehr zu ändern.

„Ja, ich habe Angst“, antworte ich, weil es die Wahrheit ist.

„Ich auch“, sagt sie und steigt aus der Röhre.

Also setze ich meine Füße ebenfalls auf den Boden und frage mich, was ich jetzt wohl in der Vergangenheit tue. Wenn es mich dort noch gibt.

Als ich stehe, kommt Sarah zu mir und umarmt mich.

„Ich bin froh, dass Du da bist“, flüstert sie mir ins Ohr und berührt es dabei mit ihren Lippen.

„Hm”, gebe ich konzentriert im Bariton von mir, baue eine Luftsäule in der Brust auf und lasse die Luft wieder entströmen, während ich mich umsehe und feststelle: „Außer uns scheint niemand hier zu sein, kein Empfangskomitee, keine Menschenseele.​”

„Wir müssen uns an das Programm halten“, sagt sie und zieht mich hinüber zum Kommunikationsterminal.

„Es ist derselbe wie vorhin“, sage ich mit einer Spur der Enttäuschung und setze skeptisch hinzu, „meinst Du, man hat ihn tatsächlich fünfzig Jahre altern lassen?​“

Sarah geht auf die Frage nicht ein. Schließlich wurden wir auf diesen Umstand sogar eingestimmt. Man wolle sicher gestellt wissen, dass wir mit der Technik aus unserer Zeit kommunikationsfähig sind und nicht an unbekannten Systemen aus der Zukunft scheitern, hieß es. Dennoch bleibt es eine Enttäuschung, auf womöglich völlig veraltete Technik zu stoßen. Aber er ist in Betrieb!

Unsere erste Aufgabe ist einfach, wir haben zu überprüfen, ob die Anlage überhaupt noch genutzt wird. Fünfzig Jahre sind nicht wenig. Draußen gibt es vielleicht nicht einmal mehr Leben. Die Versorgung der gesamten Anlage sei autark und auf die Ewigkeit ausgerichtet, hat man uns versichert. Allein der Betrieb des Terminals lässt noch keine Schlüsse zu. Also gebe ich meinen Namen und mein Geburtsdatum ein und erhalte die erwünschte Bestätigung meiner Berechtigung.

 

Bevor ich weitere Befehle eingeben kann, öffnet sich die einzige Tür des Raumes, der vielleicht tatsächlich unser Geburtsort ist, aber nicht an einen modernen Kreißsaal mit wohnlicher Atmosphäre erinnert, vielmehr an einen Operationssaal mit sehr üppiger technischer Ausstattung. Zwei Herren in weißen Kitteln treten ein. „Guten Tag, Frau Wagner. Guten Tag, Herr Wagner. Ich bin Professor Uhlmann. Das ist mein Kollege, Herr Doktor Thamm. Wir freuen uns, Sie begrüßen zu können. Unser Kontrollsystem hat Aktivitäten an den Röhren angezeigt. Leider hat das Sicherheitssystem uns nicht schneller zu Ihnen gelassen. Ich hoffe, Ihnen geht es gut.​“

„Ja, vielen Dank“, antworten Sarah und ich synchron.

„Es ist gut, dass Sie da sind“, ergänze ich und drücke dankbar die mir entgegen gestreckten Hände. Der erste Auftrag ist mit Erfolg erfüllt.

„Sie sind sicher sehr neugierig“, sagt Dr. Thamm.

Sarah findet die passenden Worte: „’Neugierig’ ist gar kein Ausdruck. Stimmt die Zeit, die uns das System angezeigt hat?​“

„Zweitausend-Einhundert-Drei­undzwanzig! Das ist das Jahr, in dem Sie sich jetzt befinden. Am gleichen Tag, fünfzig Jahre und einige Stunden nach Beginn Ihrer Verschränkung hinter die Zeitfluktuationsgrenze.​“

„Leben wir noch?​“, frage ich.

Professor Uhlmann zeigt sich hinreichend informiert. „Leider nicht. Sie sind schon vor etwa dreißig Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen”, antwortet er mit offenem Blick in meine Augen. Zu Sarah gewandt: „Sie, Frau Wagner, haben mit vierundachtzig Jahren fast ein durchschnittliches Alter erreicht und sind vor ungefähr sechs Jahren an Altersschwäche gestorben. Aber kommen Sie erst einmal mit. Wir müssen das Programm absolvieren.​“

 

So laufen wir nun also als unsere eigenen Spiegelbilder in der Zeit hinter den beiden Herren her und ich frage mich, ob ich, also das Zeitspiegelbild, auch durch einen Unfall vorzeitig aus dem Leben scheiden muss. Es beunruhigt mich, dass ich keines natürlichen Todes gestorben bin. Zwar bin ich etwa sechzig Jahre alt geworden, aber leider doch vorzeitig abgetreten. Eigentlich hätte ich mich gerne noch getroffen. Obwohl uns gesagt wurde, dass es ein psychisches Risiko sei, im Rahmen der Verschränkung auf das Original des Zeitspiegelbildes zu treffen. Physikalisch sah man keine Probleme. Denn es stehe fest, dass wir in jedem unendlichen Bruchteil einer Sekunde existieren und nicht unentwegt neu erschaffen werden. Wäre ich also tausend Mal in die Zukunft verschränkt worden, gäbe es das Zeitspiegelbild tausend Mal und wir könnten alle gemeinsam mit unserem Original ein Konzert besuchen.

Schade, dass die Verschränkung nur in die Zukunft, nicht aber in die Vergangenheit möglich ist, zumindest war, vor fünfzig Jahren. Dann könnte ich meinen Unfall vor dreißig Jahren vielleicht verhindern. Aus mathematischen Gründen wurde für die Verschränkung ein Zeitintervall von plus fünfzig Jahren gewählt. Kürzere und insbesondere negative, also rückwärts gerichtete Zeitabschnitte ließen sich nicht in die Berechnungsformeln integrieren, um das System entsprechend zu programmieren.

„Hat man inzwischen eine Möglichkeit gefunden, in die Vergangenheit zu verschränken?​“ frage ich.

„Nein, das geht immer noch nicht“, antwortet Professor Uhlmann, „aber wir können die Verschränkung inzwischen auf einen Minimalzeitraum von drei Monaten anwenden. Deshalb sollte Sie nicht weiter verwundern, dass Sie nicht in allen Ehren mit einem Empfangskomitee und einem Blumenstrauß empfangen werden, auch wenn Ihnen das gebührt. Sie können sich unserer Hochachtung natürlich sicher sein. Sie beide sind - endlich - die lebenden Beweise für die erste erfolgreiche Verschränkung. In den Lehrbüchern sind Sie bereits als Pioniere vermerkt, sozusagen also schon in die Geschichte eingegangen. Auch wenn der Erfolg erst heute feststeht. Inzwischen sind aber schon über dreihundert Personen verschränkt worden. Die meisten wurden bereits wieder eingeholt. Etwa achtzig Personen sind noch in weiterer Zukunft. Selbst in tausend Jahren scheint es noch keine Verschränkung in die Vergangenheit zu geben. Wir haben vor sechs Monaten zwei Paare dorthin verschränkt. Natürlich können wir aber nicht ausschließen, dass sie aus anderen Gründen nicht wieder in unsere Zeit gefunden haben, selbst wenn es dort eine Möglichkeit zur Verschränkung gibt.​“

In Professor Uhlmanns Stimme scheint neben der unzweifelhaft aufrichtigen Sorge um die so weit in die Zukunft verschränkten Personen etwas von auf uns bezogenem Stolz zu liegen. Er ist einer der beteiligten Wissenschaftler und wird nun nach unserer persönlichen Ehrung als Pioniere auch den Erfolg von vor fünfzig Jahren zum Teil zu einer seiner Leistungen zählen dürfen. Ich vermute, er ist etwa fünfundvierzig Jahre alt, fünf Jahre älter als ich. Doktor Thamm wird um die fünfunddreißig Jahre alt sein. Irrational beruhigend empfinde ich, dass er schon lebte als ich starb.

Plötzlich fühle ich mich wie in einem Urlaub ohne Rückkehr, wie ein Auswanderer. Die Vergangenheit kann ich hinter mir lassen, muss sie sogar loslassen. Gestorben ist gestorben und das Leben als Zeitspiegelbild fühlt sich ganz normal an. Vorsorglich kneife ich mir aber in den Arm. Ja, es tut weh. Das tut gut. Ich bin tot, aber ich lebe. Fünfzig Jahre später. Jetzt fängt die Neugier richtig Feuer. Was ist draußen los? Ungeduldig möchte ich nicht sein, frage also nicht.

Erst jetzt sehe ich Sarahs Tränen im Gesicht. „Du weinst ja!​“

„Ich bin traurig.​“

„Warum? Weil Du vierundachtzig Jahre alt geworden bist und nicht mehr genug Lebenskraft hattest? Du solltest glücklich sein.​“

„Aber ich bin tot! Macht Dich das nicht traurig?​“

„Also, ich finde, Du siehst blendend aus und ich liebe Dich wie vor Deinem Tod.​“

Ein Funkeln in ihren Augen verrät, dass ihre Trauer den Rückzug antritt. Jetzt lächelt sie sogar. Sie atmet tief durch und haucht mir ein weiches „Dankeschön“ zu, das ich mit einem liebevollen Lächeln quittiere.

In dem ungewöhnlich schmalen Gang, der in einem lang gezogenen Bogen von den Röhren weg führt und nur wenige Türen hat, herrscht eine futuristische Stille. Oder ich bilde es mir ein. Jedenfalls wird mir die Zukunft immer bewusster.

Als uns zwei männliche Personen entgegen kommen, hält unsere Gruppe inne, um beide, nicht uneilig, passieren zu lassen. Die sind sicher jünger als dreißig, mutmaße ich und nehme es nur zur Kenntnis, als wäre es jetzt das Normalste auf der Welt, diese jungen Menschen zu sehen. Sie grüßen freundlich mit einem Strahlen im Gesicht. In ihren blauen Kitteln sind sie vielleicht auf dem Weg zu den Röhren für die technische Kontrolle und Wartung des Systems. 'Glücklich sind die Beteiligten an Pionierprojekten', denke ich mir und grüße ebenfalls, betont freundlich kollegial.

Professor Uhlmann wendet sich der dritten Tür zu und öffnet sie. „So, da wären wir. Bitte treten Sie ein. Wir werden jetzt einen sorgfältigen Bodyscan mittels Elementarisierung durchführen, dann darf ich Sie zu Herrn Professor Graham bringen. Der ist mit Ihrer Steuerung betraut.​“

Sarah und ich schauen uns fragend an, halten es aber für angebracht, jetzt nicht weiter auf die Steuerung einzugehen. Es klingt zu sehr nach einem unschönen Zug visionärer Vorstellungen von der Zukunft, als dass es reizen könnte, sofort Näheres zu erfahren.

 

Nachdem wir durch die Tür getreten sind, stehen wir zu meiner Überraschung in einer großen hellen Halle in der Form eines Iglus. Ein weit offener Durchgang auf neun Uhr führt in eine weitere, gleich große Halle. In beiden steht im Zentrum jeweils ein begehbarer Glaskolben mit den Ausmaßen einer verschlankten Litfaßsäule. Die Konstruktion über dem Glaskolben verrät, dass noch eine Röhre als Ummantelung heruntergelassen wird. Die Stärke der Röhrenwände ist beeindruckend. Trotz meiner langen Arme würde ich durch eine Öffnung nicht bis nach innen greifen können. ‘Das ist etwas aus der Zukunft’, durchläuft mich eine Welle der Freude; und der Respekt schließt sich gleich an.

Aber in einem Abstand von etwa fünf Metern hinter den Kolben stehen antiquiert wirkende zwei Meter hohe Bildschirme mit einer Länge von gut zehn Metern. Ein etwas futuristischeres Design habe ich schon erwartet. Auf den Bildschirmen ist jeweils eine Wand aus Computern und technischen Geräten dargestellt. Obwohl die Geräte offensichtlich in Betrieb sind, herrscht weiterhin diese unnatürliche, trockene Stille. Kein Brummen, kein Lüfter, nichts ist zu hören. Ich fühle mich wie in einem Vakuum, nicht nur akustisch. Aber die Luft ist gut.

Professor Uhlmann öffnet die Glastür in dem ersten Kolben. „Sie kennen ja die vertraglichen Grundlagen. Wir haben inzwischen neue Methoden entwickelt, Ihre körperliche Zusammensetzung auf Verschiebungen zu untersuchen. Bei Vertragsschluss haben Sie Ihr Einverständnis erklärt, damals noch nicht bekannte zukünftige Untersuchungsmethoden gegebenenfalls ohne Vorbehalte zu billigen. Dank der jetzt zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ersparen wir Ihnen die früher notwendige wochenlange Untersuchungsprozedur. Sie bekommen gleich einen Schutzanzug.

Frau Wagner, für Sie steht nebenan weibliches Bedienpersonal zur Verfügung. Frau Doktor Helmich wird sich um Sie kümmern.

Die Elementarisierung ist harmlos. Ihre atomare Zusammensetzung wird unter Aufschlüsselung Ihrer vollständigen DNS verifiziert und mit den Klassifizierungen in allen vorhandenen Datenbanken mit sämtlichen DNS auf der Erde verglichen. Nur wenn relevante Abweichungen vorhanden sind, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden.​“

Sarah kann es nicht fassen. „Sie haben die DNS aller Menschen gespeichert?​“

„Ja, die Zeiten haben sich geändert“, meldet sich Doktor Thamm wieder zu Wort. „Die Menschheit hat nun grenzenlose Möglichkeiten, das Leben in den Griff zu bekommen. Sie werden sich über viele Entwicklungen auf der Erde freuen, glauben Sie mir.​“

Lächelnd steht sie über den Dingen: „Ihr Urteil nehme ich gerne frei von Vorurteilen und Wertungen, sozusagen als Forschungsreisende zur Kenntnis. Und ich hoffe, ich werde Ihrer Meinung sein. Meine Devise ist, bei Unwissenheit zu beobachten und die Meinungsbildung auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.​“

„Sehr weise. Dann lassen Sie uns beginnen.​“

 

Die Halle wird nun belebter. Etwa ein Dutzend männliche und weibliche Ingenieure, so wirken sie auf mich, strömen zu der Bildschirmwand und widmen ihre volle Aufmerksamkeit den Computern und technischen Geräten, lesen Displays, verändern die Bildschirmansicht oder tauschen einzelne Geräte gegen andere im Hintergrund gespeicherte Module, machen sich Notizen oder betätigen virtuelle Tasten und Regler. Niemand redet.

Neben mir erscheint ein junger Mann mit einem transportablen Umkleidebereich. Eine junge Frau rollt einen weiteren nach nebenan zu Sarah, die sich umgehend nach dem Lob ihrer Weisheit in die Zwillingshalle zurückgezogen hat.

In der Umkleidekabine finde ich einen Ganzkörperoverall, in den ich hinein schlüpfe. Hände, Füße und Kopf sind bedeckt. Nur für die Augen sind kleine Öffnungen belassen. Der Anzug ist aus einem mir nicht bekannten Material, das sich fast wie Seide anfühlt, aber viel dicker und fester ist. Grün. Schön gewählt. Die Hoffnung! Stirbt zuletzt, heißt es. Was nicht richtig sein muss.

 

Bei meinem Heraustreten aus der Kabine steht der junge Mann noch bereit. Sofort tritt er vor mich und verschließt den Anzug.

Bevor ich den Kolben betrete, der nur einer Person einen Stehplatz zur Verfügung stellt, setzt mir Doktor Thamm eine blinde Brille auf, die mit einer gummiartigen Umrandung fest abschließt. Das schnittige Design gefällt mir. Schade, dass ich mich so nicht im Spiegel sehen kann. Hoffentlich kann sich ein Zeitspiegelbild überhaupt spiegeln, denke ich, obwohl ich mir sicher bin - war, dass es möglich ist. Jetzt bloß keine Irritationen aufkommen lassen. Der Gedanke ist sicher Unfug.

Mit einem „Vielen Dank“ verabschiede ich mich in den Kolben.

„Sehen Sie etwas?​“

„Nein!​“

„Es darf kein Scanlicht in Ihre Augen gelangen. Sie würden unverzüglich erblinden. Aus Gründen des Gefahrenschutzes müssen in dem Anzug leider Sehschlitze sein, damit Sie – im unwahrscheinlichen Notfall – die Fluchtwege finden“, werde ich von ihm dürftig aufgeklärt. „Treten Sie auf den Schalter am Boden, damit können Sie jederzeit Blitze für einen Test auf Lichtdurchlässigkeit aktivieren.​“

Sofort trete ich auf den Schalter, stemme meinen Fuß sogar darauf. Gut, dass ich den Trittschalter schon gesehen habe, bevor Dr. Thamm mich erblindet hat. Außerdem erscheint mir der Test etwas altertümlich. Nichts geschieht. Beruhigend ist das allerdings nicht.

„Sie können jederzeit testen, auch wenn der Scanner herab gelassen ist. Wenn der Scan bereits begonnen hat, wird er gleichzeitig durch den Tritt auf den Schalter ausgesetzt und hier außerhalb ein Alarmzeichen aktiviert. Sie sollten aber nicht länger als fünf Sekunden darauf treten, weil wir den Scan dann abbrechen müssen.​“

Bevor mein Vertrauen total erschüttert ist, wechsle ich das Thema und lobe den schönen Anzug.

Mit zweifelhaftem Ergebnis für mein Vertrauen, erklärt er: „Der ist aus dem Faden einer seltenen Raupenart, die in Australien gefunden wurde. Weder Röntgen- noch Gammastrahlen dringen hindurch. Die Evolution schuldet dem Ozonloch Dank. Sehen Sie etwas?​“

„Nein!​“

„Gut! Sie können Ihren Fuß vom Schalter nehmen.​“

Folgsam nehme ich meinen Fuß hoch und setze ihn so neben den Schalter, dass ich ihn fühle. Was nicht nötig ist, weil ich mich in dem Kolben ohnehin kaum bewegen kann, schon gar nicht von dem Schalter weg. Doktor Thamm schließt die Tür.

 

Hoffentlich verlässt Sarah ihren Kolben nicht vorzeitig. Wenn sie ihn überhaupt betritt. Die Aufklärung hält sich ja sehr in Grenzen. Aber ich hatte kein wirkliches Interesse an weiterer Aufklärung, möchte meinen Vertrag einfach nur erfüllen und die Zukunft sehen. Sarah sieht das vielleicht anders. Ich bin froh, dass sie der Verschränkung zugestimmt hat. Ihr Mut hat mir immer imponiert. Außerdem gibt sie mir mit ihrer einerseits enthusiastischen und andererseits kritischen Haltung gegenüber vielen Dingen, aber auch mit ihrer eigenen Kritikfähigkeit ein Gefühl der Ausgewogenheit, die Sicherheit schafft. Sie hat eine so verständnisvolle Art, dass sie überall Vertrauen hinterlässt. Ich zweifle nicht daran, dass sie ihrem Original entspricht. Zumal ich mich selbst wie mein Original fühle. Nach wie vor bin ich Rechtshänder und mein Scheitel ist auf der linken Seite. Das Herz klopft ebenfalls links. Und vor allem sind meine Erinnerungen so vollständig wie vor der Verschränkung. Natürlich aber auch nur bis zum Zeitpunkt der Verschränkung. Mein Original hatte seitdem ein Leben gelebt, das ich nicht kenne.

Mit dieser Erkenntnis komme ich mir plötzlich etwas dement vor. Vielleicht habe ich ja irgendwann angefangen, für mich ein Tagebuch zu führen. Das wird sich ermitteln lassen. Nach dem Vertrag haben wir allerdings keinen Anspruch auf den Nachlass unserer Originale. Es war quasi ein Erbverzicht. Aber Tagebücher mit explizit persönlicher Widmung ‚Für mein Zeitspiegelbild‘ werden ja wohl nicht zum Nachlass zählen. Ich, das Zeitspiegelbild, würde auf jeden Fall eine solche Widmung vornehmen. Vor der Verschränkung bin ich, also mein Original, allerdings nicht auf diese Idee gekommen.

Sarah hat Tagebuch geführt. Aber vielleicht nur bis zur Verschränkung. Ihr Hang zur Esoterik könnte sie veranlasst haben, die Vergangenheit ohne weitere Notizen ziehen zu lassen, um in der Zukunft keine Blockaden aufzubauen. Sie glaubte an eine Verbindung zwischen sich und ihrem verschränkten Dasein. Vielleicht auch deshalb ihre Tränen. Aber der Abriss der Verbindung war voraussehbar. Gut, der Tod ist allen sicher und trotzdem weint der trauernde Mensch. Mir fehlen jedenfalls der Wille und die Bereitschaft, um mein Original zu trauern. Jetzt will ich nur noch in der Zukunft leben. Deshalb habe ich mich ja für die Verschränkung entschieden. Die Vergangenheit war nach dem Krieg nicht mehr zu ertragen. Plötzlich hatten wir nichts mehr. Außer uns, und das war sehr brüchig. Wir brauchten einen Neuanfang, wenn wir uns nicht verlieren wollten. Die Zukunft bietet immer eine Chance, die ferne Zukunft vielleicht noch viel mehr, dachte ich und denke es immer noch. Außerdem hatte man für das Original und für das Zeitspiegelbild eine lebenslange staatliche Versorgung zugesagt. Schön, dass der Professor den Vertrag bereits erwähnt hat.

 

Die Tür des Glaskolbens öffnet sich. Ich habe nichts gespürt und nichts gehört und bin wieder verblüfft über die Stille. An meinen Ohren wird es nicht liegen.

„So, das war es schon“, liefert der junge Mann von vorhin den Beweis und öffnet den Anzug, kaum dass ich den Kolben verlassen habe. „Sie können sich wieder umziehen.​”

„Ist der Anzug nicht kontaminiert?​”, frage ich, mehr um den jungen Mann besorgt als um mich.

„Nein, die Dekontamination erfolgte bereits in der Anlage. Nepolamieren nennt sich das Verfahren. Aber ich bin Studienanfänger, das kommt erst in höheren Semestern.​”

 

Wieder in meiner Kleidung verlasse ich die Umkleidekabine. Den Blickkontakt suchend steht Doktor Thamm vor mir. „Ah, ich sehe, Sie sehen mich. Ihre Frau ist auch gleich fertig. Die Analysedaten werden in ungefähr zwei Stunden vorliegen. Ich darf mich entschuldigen, auf mich warten wichtige Arbeiten, die noch heute zu erledigen sind. Professor Uhlmann wird gleich hier sein.​“

Er streckt mir zum Abschied seine rechte Hand entgegen, die ich natürlich ergreife, aber dieses Mal nur locker drücke, weil mich die dürftige Aufklärung über die Untersuchungsmethode und ihre Risiken nun doch etwas ärgert, obwohl alles gut gegangen zu sein scheint. Ich schaue ihm noch nach, bis er die Halle verlassen hat.

 

Sarah kommt mit einem streng wirkenden Gesicht aus der Zwillingshalle. „Das muss ich erst einmal verarbeiten“, sagt sie, betont die Fassung wahrend. „Mich vorbehaltlos den Dingen zu stellen, die auf mich zukommen, ist nicht leicht. Die Harmlosigkeit des Scanners scheint eher der Definition aus heutiger Zeit zu entsprechen. Und, dass die Erblindungs- und Verstrahlungsgefahren nur beiläufig erwähnt wurden, ist auch nicht besonders Vertrauen erweckend. Aber ich will hier keine Diskussionen führen. Jedenfalls nicht jetzt. Die Lebensgefahr scheint ja gebannt.​“

Nicht weniger beeindruckt sage ich: „Die Zukunft, die ich noch gar nicht kenne, ist jetzt schon ganz schön mächtig. Übrigens, ich bin auch froh, dass Du da bist. Danke, dass Du mitgekommen bist.​“

Ich nehme sie in den Arm und gebe ihr sanft einen Kuss auf die Wange. Nach kurzer Stille sage ich: „Spannend ist es ja. Mal sehen, was jetzt kommt. Findest Du es nicht auch ungewöhnlich still hier? Als hätte ich einen Gehörschutz.​“

„Jetzt, wo Du es sagst, weiß ich endlich, was hier ungewöhnlich ist. Die Atmosphäre war futuristisch, aber ich konnte nicht einordnen warum. Vielleicht ist es aber auch nur Einbildung, weil wir uns in einer unbekannten Zukunft befinden. Es muss ja futuristisch sein.​“

„Vielleicht hast Du recht“, pflichte ich bei und gebe ihr noch einen Kuss. Sarah strahlt. Endlich wieder der warme Ausdruck in ihrem Gesicht.

 

Im Augenwinkel sehe ich Professor Uhlmann auf uns zukommen. Fast noch in Rufdistanz und sehr beschäftigt wirkend, bittet er uns, ihn zu begleiten und läuft weiter Richtung Ausgang. Wir folgen wunschgemäß, treten auf den vertrauten schmalen Gang hinaus und laufen hinter ihm in die gleiche Richtung wie vorhin. Ich komme mir unbeachtet vor und bin froh, dass er nur kurz voraus läuft, weil er schon nach wenigen Schritten zielstrebig einen Fahrstuhl ansteuert und auf den obersten Knopf drückt.

Endlich wendet er sich wieder uns zu. „Ich hoffe, die Zukunft wird Ihnen gefallen. Wenn Sie historisch interessiert sind, haben die Geschichtsbücher einiges zu bieten. Die letzten fünfzig Jahre haben nicht unerhebliche Umwälzungen und ordnungspolitische Maßnahmen mit sich gebracht. Und natürlich weitere technische Fortschritte, von denen Sie ja teilweise schon profitieren konnten“, endet er lächelnd und betritt den Fahrstuhl, dessen Türen sich lautlos öffnen.

„Wieso ist es hier so geräuschlos?​“, frage ich ihn, als ich ebenfalls im Fahrstuhl stehe. Ich möchte unbedingt reden, jedenfalls nicht schweigen. Wenn Professor Uhlmann oder Sarah reden würden, wäre es genau so gut.

Die Frage war natürlich trotz meines Bedürfnisses, die Stille zu vermeiden, von ernsthaftem Interesse getragen, also halte ich seine Augen fest im Blick und gebe ihm keine Chance, in die Beachtungslosigkeit zurück zu fallen. In Fahrstühlen schweift der Blick allzu schnell an die Decke, auf die Füße oder die Anzeigentafel.

Erwartungsgemäß antwortet er aber sofort und scheint sich sogar über die Frage zu freuen. „Das ist auch eine der technischen Errungenschaften. Schallglättung. Alle störenden Geräusche werden eliminiert. In Fabriken können Sie jetzt Nähnadeln fallen hören. Könnten Sie, wenn das Fallgeräusch nicht eliminiert würde. Unbestimmte Geräuschmuster werden vom Eliminator erkannt und die von den Störquellen ausgehenden Schallwellen werden geglättet. Schon ist es leise. Der Eliminator kann sogar auf menschliche Stimmen eingestellt werden und auf Tiere ohnehin. Wenn Sie sich also mal im Streit im Ton vergreifen, schalten Sie einfach den Eliminator ein.​“

Sarah und ich schauen uns schmunzelnd an. Das ist immerhin schon etwas, um der Brüchigkeit unserer Beziehung zu begegnen.

„Kann man den Eliminator auch auf nur bestimmte Stimmen einstellen?​“, frage ich etwas neckisch, aber doch aus reiner Neugier. Sarah reagiert auf meine Frage vorsorglich mit einem leichten Hieb mit dem Ellenbogen. Ihre Augen verraten, dass sie den Hieb nicht ernst meint. Wahrscheinlich hätte sie diese Frage gestellt, wenn ich ihr nicht zuvor gekommen wäre. Jedenfalls hängt ihr Blick nun erwartungsvoll an Professor Uhlmanns Lippen und ihre Mimik mit den hochgezogenen Augenbrauen signalisiert deutliches Interesse.

„Wenn Sie einen hochwertigen Eliminator erwerben, können Sie sogar bestimmte Frequenzen einer einzelnen Stimme filtern. Alles nur eine Frage der Ausstattung“, antwortet er in gleichbleibender Stimmlage, wendet seinen Blick dann aber doch zur Anzeigentafel. „Wir sind gleich im obersten Stockwerk am Fuße des Berges. Professor Graham hat dort sein Büro. Sie werden Tageslicht sehen. Wir sind gut in der Zeit.​“

 

Schon während Professor Uhlmann die Tür öffnet, an die er nur kurz anklopft und damit unsere Ankunft ankündigt, aber keine Aufforderung abwartet, herein zu kommen, sehe ich, dass das Büro von Professor Graham mit einem großen Panoramafenster ausgestattet ist, durch welches das angekündigte Tageslicht angenehm an meine Netzhaut dringt. Schlagartig wird mir die Realität des Seins im Sonnensystem bewusst und ich fühle mich heimisch wohl. Als wir den Raum betreten, kommt uns ein betagter Herr mit kugelrundem Bauch, schütteren weißen Haaren und Ziegenbart, aber ohne Brille, entgegen. Die Aussicht durch das Fenster interessiert mich zwar mehr, aber ich will nicht unhöflich sein und zwinge mich, meine Aufmerksamkeit auf ihn zu konzentrieren, da er uns nun gegenüber steht und zu reden beginnt.

„Einen wunderschönen Tag haben Sie sich ausgesucht, um zu landen, wenn ich so sagen darf. Sonnenschein, den ganzen Tag Sonnenschein. Ach, Sie sind so herrlich jung. Guten Tag.​“

Ganz Kavalier wendet er sich zunächst Sarah zu, nimmt ihre Hand und umschließt sie mit seinen beiden Händen.

„Ich bin Herr Graham. Professor Graham. Aber vergessen Sie den Titel, der ist nur für die Studenten, damit sie nicht vergessen, dass sie zum Lernen zu mir kommen. Es ist schön, Sie wieder zu sehen. Vor einigen Stunden bin ich Ihnen bereits begegnet.​“

Er hält inne und schaut prüfend abwechselnd zu Sarah und zu mir, ob wir ihn erkennen.

Sarahs Hand mag er offensichtlich noch nicht los lassen und fährt ihr zugewandt fort, „aber vermutlich erkennen Sie mich nicht wieder. Ich habe Ihnen bei dem Einstieg in die Verschränkungsröhre geholfen. Damals war ich ein junger Student im Praktikum. Da hatte ich aber noch prachtvolles schwarzes Haar und der Bartwuchs war eher ein Flaumwuchs. Aber wie Sie sehen, geht die Zeit nicht spurlos an einem vorüber.​“

Sarah wirkt erschrocken. Ich kann förmlich ihre Gedanken lesen. 'Wenige Stunden vorher soll dieser Herr ein Jüngling mit vollem Haar gewesen sein?​'

„Ich muss allerdings zugeben, nach fünfzig Jahren konnte ich mich auch nicht mehr an Ihr Aussehen erinnern. Erst jetzt, wo ich Sie sehe, kommt es mir vor, als wäre es heute gewesen. Sie haben sich ja nicht verändert.​“

Der greise Jüngling lässt Sarahs Hand los, nimmt endlich meine und drückt sie kräftig. „Bitte, kommen Sie. Wir machen es uns dort in der Sitzgruppe gemütlich. Möchten Sie etwas trinken?​“

Bevor wir antworten können, sagt Professor Uhlmann: „Entschuldigen Sie bitte. Da ich ja nun nicht mehr benötigt werde, darf ich mich verabschieden.​“

„Aber sicher“, sagt Professor Graham und begleitet ihn zur Tür, an der sie noch wenige Sekunden stehen bleiben und einige Worte wechseln, die aber nicht bis an meine Ohren dringen.

Er schließt die Tür hinter Professor Uhlmann und setzt nochmals an: „Trinken! Was möchten Sie trinken?​“

„Haben Sie Bier?​“, frage ich. Sarah schließt sich meiner Frage mit dem Kopf nickend lautlos an.

„Erstaunlich, dass die Verschränkten nach ihrer Ankunft so gerne Bier trinken. Siebzig Prozent der Ankömmlinge wünschen Bier. Möchten Sie warmes oder kaltes?​“

„Warmes Bier, bitte“, antwortet Sarah, und diesmal nicke ich zustimmend.

Während Professor Graham nach nebenan geht, machen Sarah und ich es uns in der Sitzgruppe gemütlich. Endlich kann ich meine Augen dem Panoramafenster zuwenden. Ich stehe wieder auf und gehe zum Fenster. Sarah folgt mir.

 

Hinter der schützenden Glasscheibe stehen wir an einem Berghang mit einer wunderbaren Aussicht auf ein langes Tal. Ein sich malerisch schlängelnder Fluss mit zahlreichen Biegungen, deren Ausläufe sich an manchen Stellen fast treffen, krönt die natürliche Schönheit des Tales. Die sich links und rechts erhebenden üppig grün bewachsenen Berge begrenzen den Horizont, der nur in gerader Blickrichtung sein fernes Blau als eindrucksvollen Farbkontrast zur Schau stellt. Satte Wiesen stiften dem Boden im Tal einen Teppich, der bunt getupft scheinbar unendlich vielen Blumen das Paradies zum Gedeihen zur Verfügung stellt.

Mit romantischen Anwandlungen steigt ein grenzenloses Gefühl der Verbundenheit mit Sarah in mir auf. Nach den zehn Jahren, die wir vor der Verschränkung zusammen gelebt hatten, habe ich nun das Gefühl, als wären wir schon seit sechzig Jahren zusammen.

Wundersam sagt Sarah: „Ich habe das Gefühl, schon seit sechzig Jahren mit Dir zusammen zu leben“.

„Ich habe gerade genau dasselbe gedacht“, sage ich und schließe sie eng an mich drückend in meine Arme. Sie erwidert die Geste und wir geben uns dem wohligen Gefühl der vertrauten Gemeinsamkeit hin. Unsere Blicke sind dabei wieder auf das Tal gerichtet und ich spüre, dass die letzten fünfzig Jahre uns mehr zusammen geschweißt haben, als die ersten zehn Jahre.

.........                                                 


Jörg Czech:    Das Zeitspiegelbild


Wer ein Buch erwerben möchte, muss den Kontakt zu mir suchen. Gegen Vorkasse werde ich ein gebundenes Exemplar (212 Seiten) zusenden oder als PDF oder epub per Email.


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Aktuell sehe ich von einer Verlagsveröffentlichung ab. Ich möchte keine ISBN verbrennen. Besser ich arbeite zunächst an meinem Konzept (?!?geheim?!?) weiter und widme mich den künstlerischen Gelüsten.

 

Ich darf noch aus zwei Leserbriefen zitieren: 

 

"Schade, habe das Buch zu Ende gelesen! Aber: Es war der Knaller, einfach toll, großartig, aufregend, spannend. Es hat mich jederzeit abgeholt, ich war mitten drin, meine Phantasie wurde geweckt." 

 

"Ich habe das Buch durchgelesen - sensationell!!! Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, so spannend war es. Das Ende war auch toll."

 

'Das Original' ist der noch roh gefasste Folgeroman, den ich auf dieser Website öffentlich schreibe. 

 

Natürlich soll der neue Roman so unterhaltsam und spannend werden wie bereits sein Vorläufer. 

 

 

 

Fragen und Antworten:

 

"Muss man 'Das Zeitspiegelbild' gelesen haben?"

"Auf jeden Fall. Aber nicht unbedingt, um 'Das Original' zu verstehen. Jeder Roman steht für sich, ist in sich schlüssig und unterhaltsam. Da Protagonisten aus dem ersten Roman wieder auftreten und auch ein inhaltlicher Bezug besteht, darf man sich auf den spannungsvollen Fortsetzungseffekt freuen.

   

 

Um was geht es?

 

Über 'Das Zeitspiegelbild':

 

Der Protagonist Markus Wagner berichtet an sieben Tagen über die Erlebnisse nach seiner Spiegelung in der Zeit. Mit der Balance zwischen Ironie und bitterem Ernst führt er sehr unterhaltsam durch die Ereignisse und konfrontiert den Leser mit Gedanken und Empfindungen, die sich einer absurden dramatischen Entwicklung ausgesetzt sehen.

 

Eine völlig unglaubhafte, aber glaubwürdig erzählte Geschichte, die ohne erhobenen Zeigefinger humorvoll und subtil darauf hinweist, dass sich niemand einer Auseinandersetzung mit sich und der Realität entziehen kann.

Absurdes tritt in den Hintergrund und bildet das Gerüst für Fragen zu einigen Realitäten des Seins. Dabei geht es eigentlich um alles. Der aufmerksame Leser wird so ziemlich die meisten Themen des Lebens entdecken und die Zeitlosigkeit des Buches erkennen.

 

Das Absurde der Geschichte und das ausgefeilte, liebevolle Spiel mit der Sprache geben dem Roman eine ansprechende literarisch-künstlerische Botschaft mit auf den Weg.

Es ist ein literarisches Rockstück mit Konzeptqualitäten (www.zeitspiegelbild.de) und vermutlich ganz im Sinne von Albert Camus, der die Eigenverantwortlichkeit gegen das Fatale des Seins stellt. Es war, ist und bleibt ein absurdes Drama, aber nie hoffnungslos.

 

 

Über 'Das Original':

 

Es geht um das weitere Leben des Markus Wagner als Original. Leider hatte  ihm vor seiner Spiegelung in der Zeit niemand gesagt, dass er die ersten Tage der Verschränkung miterleben würde. Er hatte nicht damit gerechnet, dass die Spiegelung auch Einfluss auf sein Leben als Original hat.

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